Laatzener Tafel kauft Volksbank in Grasdorf

Zum 1. Juni 2018 wechselt das ehemalige Volksbank-Gebäude an der Hildesheimer Str. 227
in Grasdorf den Eigentümer. Am 19. April 2018 unterschrieben Dietlind Osterkamp,
1. Vorsitzende der Laatzener Tafel für Hemmingen, Laatzen und Pattensen e.V. und Volker Böckmann, Vorstandsmitglied der Volksbank eG Hildesheim-Lehrte-Pattensen den Kaufvertrag.

Seit Mai 2017 hat die Volksbank die Geschäftsstelle in Grasdorf mit der Geschäftsstelle in Rethen zusammengelegt. Das Gebäude in Grasdorf stand zum Verkauf. Einige Interessenten fanden Gefallen an dem Haus, doch entschieden hat sich die Bank für die Laatzener Tafel. „Ich kann Ihnen versichern, dass nicht die wirtschaftlichen Aspekte überwogen“, bestätigt Volker Böckmann im Gespräch mit der örtlichen Presse. „Es passt einfach zu unserem genossenschaftlichen Auftrag, der Laatzener Tafel den Vorzug zu geben. Hier wird Hilfe zur Selbsthilfe gelebt.“

Aus der Geschichte der Laatzener Tafel
Am 18.09.2007 fand die Versammlung zur Gründung der Laatzener Tafel für Hemmingen, Laatzen und Pattensen e.V. statt. Am 20.05.2008 konnten zum ersten Mal gespendete Lebens-mittel in der Karlsruher Str. 14 in Laatzen an bedürftige Menschen ausgegeben werden; am 21.05.2008 folgte die Ausgabe in der Friedenskirche in Arnum und am 29.05.2008 in der St. Lucas-Kirche in Pattensen.

Die erste Tafel in Deutschland wurde vor 25 Jahren in Berlin gegründet. Inzwischen gibt es in Deutschland mehr als 900 Tafeln. Trotz aller politischer und anderer Diskussionen kann also davon ausgegangen werden, dass Tafeln auch in Zukunft weiterhin existent bleiben und ihren Teil zum sozialen Frieden beitragen werden.

Auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten
Im März 2015 hatte der 2. Vorsitzende der Laatzener Tafel, Gerold Brockmann, unter anderem in der Mitgliederversammlung berichtet, dass die Messe AG die Immobilie, in der neben der Leine-Volkshochschule auch die Tafel als deren Untermieterin Räume nutzt, verkauft habe und sich die Suche nach anderen Räumlichkeiten aus verschiedenen Gründen schwierig gestalte.

Auch in den Jahren 2016 und 2017 war dieses Thema ständig präsent, zuletzt auch auf der Mitgliederversammlung am 24.03.2017 und in den Leine-Nachrichten am 06.12.2017. Der Vorstand der Laatzener Tafel war in dieser Zeit immer auf der Suche nach geeigneten Räumen, um die Tafelarbeit fortsetzen zu können.

Standen zuerst Überlegungen im Raum, geeignete Räume anzumieten, stand dem die Unsicherheit gegenüber nicht zu wissen, ob dort auch ein langfristiger Verbleib möglich sein würde. In Folge dessen zog der Vorstand auch die Möglichkeit des käuflichen Erwerbs einer Immobilie in Betracht.

Lösung gefunden bei der Volksbank in Grasdorf
Nachdem die Volksbank eG Hildesheim-Lehrte-Pattensen ihren Standort in Grasdorf aufgegeben hat, stand das Gebäude zum Verkauf. Der Vorstand hatte entsprechenden Kontakt zur Bank aufgenommen. Auch Jürgen Köhne, Bürgermeister der Stadt Laatzen und einer der Schirmherren für die Laatzener Tafel, setzte sich stark dafür ein, dass die Volksbank eG das Gebäude an die Tafel verkauft.

Der Vorstand der Tafel hatte zuvor mehrmals Gelegenheit, das Gebäude zu begutachten und die Expertise eines Architekten einzuholen. Die Lage des Gebäudes und das Gebäude selbst waren ausschlaggebend für das Votum des Vorstandes, einen Kauf vorzunehmen; der Stadtbahnanschluss, die Zufahrt zum Grundstück und die Grundstücksgröße sprechen für sich.

Es ist Platz für die benötigten Containerstellflächen, für die Fahrzeuge der Tafel und für die der Helfenden und der KundInnen, die mit dem Auto zur Tafel kommen.
In mehreren intensiven Beratungen und Sitzungen hat sich der Vorstand der Tafel mit der Frage der Finanzierung und des erforderlichen Umbaus befasst. Im Hinblick auf die bisher erfahrene positive Begleitung der „Tafelarbeit“ durch viele Spendende hat er der Mitglieder-versammlung den Kauf der Immobilie in der Hildesheimer Str. 227 vorgeschlagen.
Die Mitgliederversammlung hat das Thema am 25.01.2018 eingehend diskutiert und dem Immobilienkauf unter dem Vorbehalt der Finanzierung einstimmig zugestimmt.

v.l.: Manuela Filax, Dietlind Osterkamp, Volker Böckmann, Gerold Brockmann
v.l.: Manuela Filax, Dietlind Osterkamp, Volker Böckmann, Gerold Brockmann