Volksbank blickt zufrieden auf das abgelaufene Geschäftsjahr

Gute Ergebnisse für 2016 erzielt

Presseinfo vom 29.5.2017

Bei der Vertreterversammlung in der Volksbank-Arena begrüßten Vorstand und Aufsichtsrat
208 stimmberechtigte Vertreter und rund 50 geladene Gäste. Mit Blick auf das Jahr 2016
stellten der Vorstandsvorsitzende Henning Deneke-Jöhrens und seine Vorstandskollegen Volker Böckmann und Reiner Lockhausen fest, dass die Geschäftsentwicklung und die Ertragslage sich insgesamt zufriedenstellend entwickelt haben.

„Dennoch gibt es keinen Grund, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Die Zukunft wird in der Gegenwart gestaltet.“, betonte Henning Deneke-Jöhrens. „Von daher haben wir uns auf die bestehende Lage eingestellt. Wir schöpfen bestehende Ertragsmöglichkeiten aus. Kosten konnten zum Teil deutlich gesenkt werden. Digitalisierung, Regulatorik, veränderte Kundenanforderungen, Niedrigzinsumfeld, steigender Wettbewerb und auch die aufstrebenden FinTechs werden uns aber auch in den nächsten Jahren massiv fordern.“

So hat die Volksbank begonnen, ihr bei der Bilanzpressekonferenz im März vorgestelltes neues Vertriebskonzept umzusetzen. Zugangswege werden auch zukünftig dem veränderten Kundenbedarf angepasst, Innovationsfähigkeit und digitale Kompetenz konsequent ausgebaut. Als Beispiele hierfür erläutert Henning Deneke-Jöhrens die Internetplattformen für Baukreditfinanzierung „GENOPACE“ – ein genossenschaftseigenes Angebot – und „EUROPACE“. Beide Projekte haben das Ziel der Neukundengewinnung mit Unterstützung von Internet und Kreditvermittlern. Schlanke Prozesse sorgen für eine komfortable Abwicklung des Finanzierungsgeschäftes.

Im Anschluss erläuterte der Vorstandsvorsitzende die wichtigsten Entwicklungszahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Solides Wachstum
Mit einer Ausweitung des bilanzwirksamen Kreditgeschäftes um 3,3 % und einer Steigerung der Kundeneinlagen um 3,4 % gegenüber dem Vorjahreswert hat die Volksbank eG im Geschäftsjahr 2016 ein gutes Ergebnis erreicht. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 3,1 % auf über 2,2 Mrd. Euro.

„Im Kreditgeschäft konnten nicht nur Tilgungen und Fälligkeiten ausgeglichen werden. Mit einem Wachstum von rund 36 Mio. EUR haben wir unsere Zielsetzung übertroffen. Der erneute Anstieg der Kundeneinlagen um 59 Mio. EUR spiegelt das weiterhin hohe Sicherheitsbedürfnis unserer Mitglieder und Kunden wider. Auch wenn uns das betriebswirtschaftlich eher belastet, freuen wir uns über diesen Vertrauensbeweis.“, berichtete Henning Deneke-Jöhrens. Die tägliche Verfügbarkeit der Einlagen hat weiterhin einen hohen Stellenwert. Starke Zuflüsse in kurzfristige Anlageformen prägten daher die Entwicklung der Einlagen.

Wie bereits im Vorjahr vom Vorstand prognostiziert, hat sich die anhaltende Niedrigzinsphase deutlich auf die Gewinn- und Verlustrechnung ausgewirkt. So verringerte sich der Zinsüberschuss erneut um rund 2,4 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr und beträgt per Saldo 51,2 Mio. Euro. Der Provisionsüberschuss überstieg um 750 TEUR den Vorjahreswert. Die Kosten konnten in allen Bereichen leicht verringert werden.

Verteilung des Bilanzgewinns - Entlastung
Der verbleibende Bilanzgewinn Stand 31.12.2016 beträgt 3.750.109,51 Euro.
Den Vertretern wurde vorgeschlagen, der Zahlung einer - in Anbetracht der derzeitigen Niedrigzinsphase - ansehnlichen 6%igen Dividende von insgesamt 865.926,14 Euro, der Einstellung in die gesetzlichen Rücklagen in Höhe von 1,05 Mio. Euro und in anderen Ergebnisrücklagen in Höhe von 1.834.183,37 Euro zuzustimmen.

Die Abstimmungen über den Jahresabschluss und die Gewinnverwendung sowie die Entlas-tungen von Vorstand und Aufsichtsrat waren einstimmig.

Wahlen zum Aufsichtsrat
Turnusgemäß schieden die Aufsichtsratsmitglieder Almuth Gellermann, Bärbel Kandelhardt,
Karl-Heinrich Rohlf und Stefan Rust aus. Die Wiederwahl war möglich und wurde vom Aufsichtsrat empfohlen. Die Vertreter folgten der Empfehlung. Somit kann der Aufsichtsrat in seiner bisherigen Zusammensetzung die erfolgreiche Arbeit fortführen.

Gastvortrag zum Thema Social Media
Kompetent und unterhaltsam referierte Prof. Dr. Klemens Skibicki zum Thema „Die Mobile Social Media Revolution erfasst alle Branchen - Facebook & Co verstehen oder untergehen!“

Der Experte für digitale Transformation ist in Köln geboren, 45 Jahre alt und kann Diplomabschlüsse in BWL und VWL an der Universität zu Köln vorweisen. An derselben Uni promovierte er im Jahr 2001 zum Dr. rer. pol. im Fach Wirtschaftsgeschichte. Seit 2004 ist er Professor für Economics, Marketing und Marktforschung an der Cologne Business School in Köln. Neben der wissenschaftlichen Forschung zum Online-Marketing begann er als Mitgründer der Internet-Beratungsagentur Brain Injection in Köln 2006 seine unternehmerische Tätigkeit in diesem Themenfeld. Später kamen der Betrieb eigener Internetplattformen und Engagements als Business Angel oder Investor in digitalen Start-ups sowie die Unternehmensberatung Convidera hinzu. Die Convidera GmbH begleitet Unternehmen vom DAX-Konzern bis zum Mittelständler auf dem Weg der digitalen Transformation der ganzen Wertschöpfungskette. Die Ergebnisse aus Forschung, Unternehmensberatung und eigenen Web-Projekten mündeten zwischen 2006 und 2011 in der Veröffentlichung von 6 Büchern zu den Themen digitaler Strukturwandel und Socia Media.

Seit Januar 2013 ist er Kernmitglied des Beirates „junge digitale Wirtschaft“ des Bundesmini-steriums für Wirtschaft und Energie. Im Juni 2014 folgte mit der Berufung in den Digitalbotschafter-Kreis des Wirtschaftsministers Nordrhein-Westfalen im Bereich „Corporates“ eine weitere Tätigkeit in der wirtschaftspolitischen Politikberatung. (aus: www.skibicki.info)

Professor Skibicki fasst seine Ausführungen zusammen: „Die sagenhafte Geschwindigkeit mit denen sich Social Media wie Facebook, Twitter & Co ausbreiten hat dazu geführt, dass Menschen dieses Phänomen nicht mehr ignorieren. Für Unternehmen und vor allem deren Entscheider sind dies jedoch oft noch zu "irgendwelche" Plattformen im Internet oder "für junge Leute". Viele Unternehmen haben lediglich begonnen, Social Media „zu machen“ – dies reicht jedoch nicht und bleibt weit hinter den Möglichkeiten und notwendigen Anpassungen zurück. Man kann „social“ nicht „machen, sondern muss es leben – online wie offline! Die Art, wie Kunden Informationen aufnehmen und vor allem filtern und bewerten, verändert sich durch digital vernetze Welten maßgeblich und Unternehmen müssen sich an diese neue „Customer Journey“ entlang der gesamten Wertschöpfungskette anpassen. Nur dann, wenn man dort ist, wo die Kunden die Gespräche führen, kann man besser zuhören, Entscheidungen schneller im Sinne der Kunden treffen und sich gegen Mitbewerber durchsetzen. Dies zu begreifen fällt vor allem denjenigen schwerer, die noch in der Welt der klassischen Medienwelt oder dem "alten E-Mail Internet" groß geworden sind und dabei "nichts vermissen". Für private Bereiche mag ein Verständnis und Tragweite der Vorgänge nicht unbedingt notwendig sein, für Unternehmen ist es jedoch elementar wichtig zu verinnerlichen, dass und wie sich die Rahmenbedingungen aller Branchen gerade massiv und nachhaltig verändern. Aufbauend darauf sind strategisch überlebenswichtige Prozesse einzuleiten, die Strukturen und Unternehmenskulturen radikal verändern werden, um mittelfristig überleben und erfolgreich sein zu können.“

Zwei weitere Antworten nehmen die interessierten Zuhörer von der Vertreterversammlung außerdem mit nach Hause. Auf die Frage, warum machen Menschen sogenannte Selfies von sich und stellen sie ins Netz, sagt Skibicki: „Das gab es schon immer. Nehmen Sie die Selbstportraits – zum Beispiel von von Gogh. Menschen machen, was sie immer schon gemacht haben – nur einfacher.“ Und wenn alle direkt von der Party Fotos auf facebook posten? Seine Lieblingsantwort auf „Warum machen die das?“ ist „Weil sie es können“ – sprich: Die Technik ihnen die Möglichkeit gibt und die Menschen sich die Fähigkeiten angeeignet haben. Am Beispiel seiner 81-jährigen Mutter, die über das Internet Kontakt zu den Enkeln hält, zeigt er auf, dass für jeden, der den Wunsch hat oder die Notwendigkeit sieht, die Zugangswege zur Nutzung bereitstehen.